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28.01.2015 20:39

Das politisch gewollte Sterben der Selbständigen in Deutschland

 

„So wenig Selbständige wie nie zuvor

18.03.13

In Deutschland wagen immer weniger Menschen den Schritt in die Selbständigkeit. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurden 2012 rund 134.000 Betriebe neu gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lasse.

Das seien 7,0 Prozent weniger als 2011 und so wenige wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1996. Gleichzeitig mussten 122.000 größere Betriebe aufgegeben. Dass sich 2012 so wenige Menschen wie nie zuvor selbständig machten, liege vermutlich am schwierigen Arbeitsmarkt.

 

Eine scheinbar harmlose Nachricht. Selbst in eher unauffälligen Medien wie dem badischen Staatsanzeiger geistert sie herum, allerdings wirkt diese aktuelle Mitteilung seltsam unaufgeregt, unbeteiligt, nachrichtlich. Dabei ist die inhaltliche Bedeutung am Rande der schieren Katastrophe, ein Offenbarungseid, eine Niederlage für all diejenigen, die noch an so alte Werte wie Leistung, Freiheit oder berufliches Engagement glauben. Diese Nachricht hat den Charakter einer Todesanzeige, wirkt wie ein Nachruf, das gesamte bundesdeutsche Parlament steht Spalier, als Trauergäste sind Vertreter aller Parteien gekommen, allerdings keine Kameras, keine Fotografen, mediales Desinteresse. Der Sarg ist auch leer, diese Toten sieht man nicht, fühlt man nicht, man kennt sie nicht – will überhaupt irgendjemand diese Leichen sehen?! Es herrscht Grabesstille, man murmelt Floskeln, wie „Leistung sollte sich wieder lohnen“, aber schon ruft von hinten einer „Hoeness“, ein anderer ruft „wir benötigen mehr Betriebsprüfer“, wieder ein anderer schreit „alles Verbrecher, die schaffen doch alle ihre Kohle in die Schweiz, diese Kaufleute sind doch alle Betrüger!“ Es will keine rechte Stimmung aufkommen, die einer Beerdigung würdig wäre, denn die unsichtbaren Toten haben keine echten Sympathisanten, sie bekommen kein Mitgefühl, höchstens verständnisloses Kopfschütteln. Insbesondere alles, was sich hauptsächlich politisch links und staatskonform definiert – sprich: alle Parteien, die gut und besser vom gewaltigen Steueraufkommen in der Bundesbeamtenmonarchie Deutschland leben -, grummelt und brummelt nun am Grab solche Wortfetzen wie „selber schuld“, oder „sind doch sowieso fast alles nur Scheinselbständige“, bzw. „wir müssen mehr gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen und diese armen Leute vorm freien Markt retten“.

Ein Mann namens Peer Steinbrück drängt nach vorne. Insider kennen seinen glühenden Hass auf Freigeister, die Menschen seines Schlages immer wieder nach Kontrolle, Erhöhung der Abgaben, Senkung der Freibeträge oder Nachzahlung rufen lässt. Wenn es einer im Staatsbetrieb auf Kosten von Wählerstimmen und raffinierter Chuzpe zum Millionär bringt, wenn ein Spitzenbeamter das tut, was der normale, einfache Beamte gar nicht darf, nämlich Kohle einsacken bis die Schwarte kracht und das Konto platzt, dann wirken Attribute wie Verlogenheit, Dreistigkeit oder Bigotterie wie sanfte Streicheleinheiten.

So einer bekommt Respekt, denn er kann ja angeblich so toll frei reden, er spricht doch auch Klartext vor all jenen, denen er angeblich unbequem sein soll – den Bankstern, den Hedge-Fondeuren, den Finanzkapitalisten, den Zockern, den Transaktionshasardeuren, den Kapitaljongleuren. Steinbrück will doch bloß Gleicher unter Gleichen sein. Sein Motto, wie das der anderen Politprofiteure und „Staatsdiener“ (welch ein Wort für Abzocker, Wählerverarscher, Selbstbedienungsladeninhaber und Interessenverräter), lautet doch: „Ich will überall mitzocken, wer hier in der staatkontrollierten Schmalspurwirtschaft Geld verdient, entscheide ich!“ Wie Putin! Gazprom für alle Spitzenbeamte! Hoch mit den Pensionen, weg mit dem freien Unternehmertum! Wo kommen wir denn da hin, wenn hier jeder in der Marktwirtschaft machen kann was er will…?!

Und was sagt Steinbrück: „Wir müssen die Steuern erhöhen! Bis es höher nicht mehr geht, liebe Genossinnen und Genossen!“ Grüne, Linke und Piraten applaudieren, selbst bei Schwarz-Gelb huscht ein Lächeln über die Lippen, denn jeder Abgeordnete und alle Staatssekretäre, Botschafter oder Parteibuch-Geschäftsführer staatlicher Lottozentralen freut sich auf die Steuerkohle, die dann ein Riesennetzwerk der staatlichen Transferbezieher (nicht nur „Unten“, sondern hauptsächlich von der „Mitte“ bis „Oben“) gut bis lebenslang durchfinanziert. Der bundesdeutsche Mainstream mit seiner Allparteienkoalition orientiert sich längst Richtung Piratenpartei (weshalb diese sich längst wieder abschafft, Auftrag multimedial erfüllt, das Land noch weiter in den Staatsgläubismus gezogen) – d.h. staatliches Grundeinkommen für alle, Steuern auf 100 Prozent, man arbeitet, der Staat zahlt am Monatsende allen Bürgern ein Taschengeld. Das ist gerecht! Gysi ist begeistert, die Linkspartei singt wieder Arbeiterlieder, die Grünen bauen neben jede Moschee ein umweltfreundliches Heizkraftwerk mit dem Segen Allahs! Im Postrealsozialismus benötigt man keine Selbständigen mehr, denn Lenin formulierte bereits einst den ultimativen Slogan für den Endsieg der Gleichmacher und Umverteiler: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ Es war ja nicht alles schlecht in der DDR und unter Stalin, das wird man ja wohl noch sagen dürfen, Herr Uli Hoeness, sie Hinterzieher! Ihre Leistungen in Ehren, aber von Ihren Erfolgen soll sich der Staat ernähren, nicht Sie! Daher werden Ihnen nun alle Ehrennadeln und Verdienstkreuze abgenommen, die bekommen in der lupenreinen Demokratur BRD vor allem ehemalige Stasiinformanten oder FDJ-Agitpropagandisten, auch Kinderschandfummelsympathisanten wie Dani „le rouge“ Cohn-Bendit bekommen für ihr staatstragendes Wirken Abzeichen und Anstecker von Pseudowichtiginstitutionen. Aber Sie, Herr Hoeness, sind ein Schwein, ein Steuerverbrecher, ein Lump, sie gehören ins Gefängnis, pfui!

Ach ja, zurück zur Beerdigung. Es wurde auch eine Todesanzeige aufgegeben. Sie stand überall zu lesen, von RTL bis zum badischen Staatsanzeiger, einem (wie der Name schon sagt) eigentlich eher staatstragenden Wochenblatt im Ländle. Ja, selbst die ganz seriösen und eher unaufgeregten Medien ließen eine leise Trauer anklingen: „Hier ruhen Deutschlands Selbstständige und Freiberufler. Viele starben bereits bei dem Versuch, sich selbst zu ernähren und zwischen Betriebsprüfung, Kostenspirale, Selbstausbeutung und Insolvenz einen dauerhaften Ausweg zu finden.“

Arme Selbständige! Freie Marktwirtschaft bedeutet doch nicht, dass hier jeder freie Geschäfte tätigen kann und soll. Frei und sicher lebt nur der ehrbare Staatskapitalist mit seinen Freunden aus der Politik in den gemeinsamen Aufsichtsräten, den gemeinsam-öffentlichen Projekten, in Staatsfunk und –fernsehen, und in den anderen Beamten-Spaßbädern, die man auch „anwachsendes Staatsquotenreich“ nennen könnte.

„Liebe letzte Selbstständige“,  spricht nun Frau Merkel am offenen Sarg, „gebt doch endlich auf und kommt heim ins Reich.“ Dort sind ganz  bereits sehr viele Menschen angekommen, mit vielen  Duckmäusern, Spießern, Mitläufern und Angepassten, „kommt zu uns, in den Apparat, dem die progressive Staats- und Elitenzukunft gehört“, ruft die Abkanzlerin. Und dann erheben sich alle Abgeordneten bei einer Trauerstunde für die verblichene berufliche Selbständigkeit im Land und rufen unter Tränen und völlig ergriffen: „Lang lebe der Staat!“ Die Linkspartei verteilt knallrote Taschentücher und Honecker winkt von seiner Wolke, leise murmelt er mit verträumtem Blick in Richtung Brüssel: „Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.“

Steinbrück verlässt überhastet den Bundestag und rennt zu seinem Abgeordnetenfach. Seine Bank hat die neuen Kontoauszüge geschickt. Er öffnet den Brief, schaut hinein – und ein endlos langes Strahlen und Lächeln umgibt das Gesicht des Herrn Volksvertreters. Zur gleichen Zeit beantragen im deutschen Lande mehr als 100.000 Firmen und Selbständige Insolvenz. Steigende Kosten und Abgaben, hohe Steuern und Zwangsmitgliedschaften in Berufsverbänden, Betriebsprüfungen in Serie, immer neue Auflagen und allmächtige Bürokratie. Steinbrück lächelt und denkt: „Da muss doch noch mehr zu holen sein….!“

 

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